Im Inhaltsfeld „Globalisierung, Entwicklung und Kultur“ werden u.a. folgende Seminare und Workshops angeboten:

  • Was geschieht, wenn nichts geschieht? – Welthandel und Entwicklungspolitik im Zeitalter der Globalisierung
  • Entdecke die Möglichkeiten?! – Globalisierung auf dem Prüfstand
  • Produkte für die reiche Welt? – Kaffee, Mobiltelefone, Kleidung, Sportartikel, Rosen und die Eine Welt
  • Corporate Social Responsibility – Marketingtricks oder Engagement aus Überzeugung?
  • China und der Wille zur Macht
  • Krieg für freien Handel? Das Beispiel Afghanistan und der DR Kongo
  • Mit voller Feuerkraft voraus? – Internationale Sicherheit und Terrorismus im 21. Jahrhundert
  • Dialog der Kulturen – Möglichkeiten interkultureller Verständigung? (Sozio-kulturelle Aspekte der Globalisierung)
Alle Seminare und Workshops können auf Anfrage bestellt werden. Das gesamte Themenspektrum und die einzelnen Module können im Detail abgesprochen werden.

Dialog der Kulturen – Möglichkeiten interkultureller Verständigung?


„Die USA und Europa müssen sich auf ihre Gemeinsamkeiten besinnen: Die Völker des Westens müssen sich aneinanderhängen – oder sie werden getrennt aufgehängt.“ (Samuel P. Huntington, Verfasser des Buches Kampf der Kulturen)

„Das Lob des Vielen, der Differenz und des Anderen mag heute auf Akzeptanz rechnen können: aber eine Stimmungslage ersetzt noch keine Argumente.“ (Jürgen Habermas, Einheit der Vernunft in der Vielheit ihrer Stimmen)

„Statt der neuzeitlichen nationalen Interessen-, Macht- und Prestigepolitik brauchen wir eine Politik regionaler Versöhnung, Verständigung und Annäherung.“ (Hans Küng, Präsident der Stiftung Weltethos in Tübingen)

„Ich verspreche mir nichts von solch einem Dialog. (...) Es gibt noch viel zu tun, aber der Westen ist auf dem richtigen Weg. Unser Ziel sollte es vielmehr sein, den Planeten zu verwestlichen.“ (Richard Rorty, amerikanischer Philosoph)

Das Ende der Geschichte (Francis Fukuyama) hat nicht stattgefunden, es ist auch nicht zu einem Kampf der Kulturen (Samuel P. Huntington) gekommen. Nicht einmal nach dem 11. September 2001. Sicher verursacht der Globalisierungsprozess Spannungen zwischen der Offenheit von Staaten einerseits und dem Bedürfnis ihrer Bürgerinnen und Bürger nach kultureller Eigenständigkeit andererseits.

Mit der Angleichung und der Vereinheitlichung von Standards, Normen und Werten verschwinden Differenzierungen zwischen territorial verfassten und nationalstaatlich zusammengefassten Gesellschaften. Aber: Während die Globalisierung in der Ökonomie und der Technik, in der Massenkommunikation und Tourismus in rasantem Tempo und Umfang voranschreitet, sind heute die „lokalen Identitäten in ihrer ganzen Verbreitung und Fülle, die sich durch Begriffe wie Ethnizität, Sprache, Herkunft, Religion und Tradition definieren lassen, wieder auferstanden als bedeutende Kräfte“ (Kofi Annan, Manifest für den Dialog der Kulturen). Dies lässt die Frage nach der Geltung weltweiter Wertvorstellungen aufkommen und die, ob es überhaupt (noch) gemeinsame Werte geben kann und soll.

Mit voller Feuerkraft voraus? – Internationale Sicherheit und Terrorismus im 21. Jahrhundert


Der Kampf gegen den Terrorismus bestimmt die heutige internationale Sicherheits-, Friedens- und Entwicklungspolitik. Welche Richtung der Krisenbewältigung eingeschlagen werden soll, wird von den verschiedenen Akteuren der internationalen Politik unterschiedlich bewertet.

In diesem Seminar stehen globale Akteure (z.B. UN, NATO, EU) und aktuelle Herausforderungen der internationalen Sicherheitspolitik auf der Tagesordnung. Ziel hierbei ist die Sensibilisierung für die weltpolitischen Folgen des 11. Septembers 2001.

Krieg für freien Handel? Das Beispiel Afghanistan und der DR Kongo


Unter den Perspektiven des Dreiklangs „Welthandel – Gerechtigkeit – Krieg“ werden in dem entwicklungspolitisch-orientierten Seminar aktuelle Tendenzen der internationalen Politik und des Weltwirtschaftssystems analysiert. Dabei werden u.a. zwei Schwerpunkte verfolgt: Zum einen wurden verschiedene Aufgabengebiete entwicklungspolitischer Aktivitäten vorgestellt und analysiert. Unter Berücksichtigung der Zieldimensionen der deutschen Entwicklungspolitik (soziale Gerechtigkeit – sozialer Ausgleich – armutsmindernde Rahmenbedingungen) werden vor allem die Rollen von Staaten(-gemeinschaften), von Nicht-Regierungsorganisationen, von international agierenden Unternehmen und von Verbraucherinnen und Verbraucher im Hinblick auf die Verantwortung für die Eine Welt thematisiert. Zum anderen wird der aktuelle Welthandel anhand verschiedener Fallanalysen auf Chancen und Risiken für Industrie- und Entwicklungsländer hin überprüft. Am Beispiel Afghanistan und der Demokratischen Republik Kongo werden Fragen und Problemen der internationalen Handels-, Sicherheits-, Friedens- und Entwicklungspolitik konkretisiert.

China und der Wille zur Macht


Inhaltlich wird sich am Leitgedanken orientiert, China als vielfältiges aber auch widersprüchliches Land kennen zu lernen. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, China als ein Land mit hochmodernen Industrieregionen einerseits und mit Regionen auf der Stufe eines Entwicklungslandes andererseits zu untersuchen. In dem Seminar wird folglich die historische wie aktuelle ökonomische, soziale und politische Situation Chinas beleuchtet.

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Veranstaltung gehören u.a.
  • China auf der Bühne der internationalen Politik unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Machtansprüche,
  • China als Akteur im Zeitalter der Globalisierung,
  • internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China versus Menschenrechtssituation im Reich der Mitte oder
  • der ökonomische und soziale Fortschritt versus Klima-, Natur- und Umweltschutz in China.
Eine teilnehmerorientierte Bestandsaufnahme am ersten Seminartag wird durch ein „Buffet“ aus China angeleitet. Die Teilnehmenden sollen aus einer Menge an ausgelegten Bildern, Fotos, Grafiken und Karikaturen ihr derzeitiges Verständnis von China „auswählen“. Bei der anschließenden Systematisierung werden zwei Leitfragen erörtert: „Was ich über China weiß ...“ und „Was ich über China wissen möchte / muss ...“. Diese Ergebnisse dienen als Leitfaden durch die Veranstaltung. Aufgeworfene Fragen zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in China werden anschließend systematisch abgearbeitet.

 

Corporate Social Responsibility – Marketingtricks oder Engagement aus Überzeugung?


Das Schwerpunktthema der Veranstaltung „Corporate Social Responsibility – Marketingtricks oder Engagement aus Überzeugung?“ ist die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im globalen Kontext. Inhaltlich werden folgende Leitfragen und Themenfelder konkretisiert:
  • Was ist CSR? Welche Beispiele von CSR gibt es? Welche Interessen gilt es zu berücksichtigen (Unternehmen, Mitarbeiter/-innen, Zulieferer/-innen, Zivilgesellschaft, Staat, Öffentlichkeit, Investoren/-innen, Konsumenten/-innen etc.)?
  • Überblick über verschiedene internationale Standards: z.B. OECD-Leitsätze, UN Global Compact, Unternehmens-Kodizes, Branchenkodizes etc.
  • Problematisierung "Freiwilligkeit vs. Regulierung"; Rolle und Verantwortung von Staat und Wirtschaft
  • Wie setzen Unternehmen CSR im eigenen Unternehmen und ihrer weltweiten Zuliefererkette um? Mit welchen Problemen sehen sich Unternehmen in der Praxis konfrontiert?
  • Wie entwickelt man eine CSR-Strategie für ein Unternehmen? Unternehmensbeispiele zu CSR (inkl. Public-Private-Partnerships)
  • Die Rolle der Konsumenten/-innen
Methodisch wird besonders Wert auf Teilnehmendenorientierung der Einheiten gelegt. Die Umsetzung erfolgt u.a. durch einen Mix aus theoretischen und spielerischen Komponenten (Begriffsanalyse, Impulsreferate, Planspiele, Fallanalysen etc.), die sich an den Vorkenntnissen der Teilnehmenden orientierten. In einem aufwändigeren Unternehmensplanspiel „Corporate Social Responsibility – Marketingtricks oder Engagement aus Überzeugung?“ können die Teilnehmenden als Consulting-Firmen anhand von vorrecherchiertem Material eine CSR-Strategie für ein Unternehmen (z.B. aus der Sportartikelbranche) entwerfen und anschließend im Plenum präsentieren und diskutieren.

Produkte für die reiche Welt? – Kaffee, Mobiltelefone, Kleidung, Sportartikel, Rosen und die Eine Welt


Eine Welt, Globalisierung und Entwicklungsfragen sollen in diesem entwicklungspolitischen Grundlagenseminar bei Institutionen und Akteuren vor Ort und an konkreten Fällen analysiert werden. Methodisch wird insgesamt Wert auf Praxisrelevanz und Teilnehmerorientierung der Einheiten gelegt. Die Umsetzung erfolgt hierbei durch einen Mix aus theoretischen und spielerischen Komponenten (kreative Planspiele, Fallanalysen, Führen von eigenen Interviews, Produktlinienanalysen, Filmanalysen, Expertengespräche oder Kurzvorträge etc.). Mögliche Vor-Ort-Recherchen werden in einen theoretischen Rahmen eingebettet. Je nach Jahreszeit können gesellschaftspraktisch mit einer entwicklungspolitische Stadterkundung oder einer Produktlinienanalyse auf dem Wochen-/Weihnachtsmarkt (inkl. eines Umfrageprojektes mit Anbieter- und Verbraucherinterviews) verschiedene positive wie negative Beispiele von Eine-Welt-Ideen und Eine-Welt-Initiativen kennengelernt und kritisch beurteilt werden.

Im Zentrum des Seminars stehen zudem beispielhafte und übertragbare Produktlinienanalysen verschiedenener Produkten nach Wahl (z.B. zu Themen wie Kaffee, Mobiltelefone, Jeans, Schuhe, Sportartikel, Rosen etc.) Anhand dieser unterschiedlichen Beispielen können die Teilnehmenden zu einem ersten geeigenten Überblick über die Komplexität des Welthandels und über die Komplexität entwicklungspolitischer Tätigkeiten gelangen. Mittels der konkreten Fallanalyse wird vor allem ein Einblick in das „Spannungsfeld internationaler Gerechtigkeit“ geschaffen, so dass Akteure, Probleme und Zusammenhänge eigenständig erörtert werden können.

Entdecke die Möglichkeiten?! – Globalisierung auf dem Prüfstand


„Das Anhalten der politischen Veränderung ist jedoch kein Heilmittel, es kann kein Glück bringen. Wir können niemals zur angeblichen Unschuld und Schönheit der geschlossenen Gesellschaft zurückkehren. [...] Es gibt keine Rückkehr in einen harmonischen Urstand. Wenn wir uns zurückwenden, dann müssen wir den gesamten Weg gehen - wir müssen zu Bestien werden.“ (Karl R. Popper)

Globalisierung ist eines der Megaschlagworte der letzten Jahre. Was unter Globalisierung verstanden wird und welche Chancen und Risiken mit ihr verbunden, darüber wird heftig gestritten. Das Seminar thematisiert mögliche Chancen und Risiken einer globalisierten Welt und bietet einen Überblick über einzelne Akteure im Globalisierungsprozess, über mögliche Auswirkungen auf einzelne Nationalstaaten (speziell: auf die Länder des Südens) und über mögliche Chancen und Folgen der globalen Vernetzung.

In thematischen Workshops wird auf die verschiedenen Dimensionen von Globalisierung eingegangen. Darüber hinaus wird die Rolle von Nichtregierungsorganisationen vertieft und diskutiert, wie die globalen Vernetzung „gerechter“ gestaltet werden könnte.

Insgesamt gliedert sich das Seminar in drei Teile:
  • Allgemeine Einführung (Alle Welt redet von „Globalisierung“)
  • Arbeiten in thematischen Workshops (Was die Welt im Innersten zusammenhält)
  • Vertiefende thematische Module nach Auswahl (Entdecke die Möglichkeiten?! – Globalisierung auf dem Prüfstand)
Die Workshops werden jeweils nach Interesse der Teilnehmenden in Kleingruppen bearbeitet (Erarbeitung und Präsentation der Ergebnisse in einer "Aus-Stellung" zum Thema Globalisierung). Die Auflistung der inhaltlichen Seminarvertiefungen „Entdecke die Möglichkeiten?! - Globalisierung auf dem Prüfstand“ ist eine Zusammenstellung von Modulen, aus denen gruppenspezifisch und teilnehmerorientiert ausgewählt werden kann.

Was geschieht, wenn nichts geschieht? – Welthandel und Entwicklungspolitik im Zeitalter der Globalisierung


Im vorliegenden Seminar werden zwei Schwerpunkte verfolgt: Zum einen werden verschiedene Aufgabengebiete handels- und entwicklungspolitischer Aktivitäten vorgestellt und analysiert. Unter Berücksichtigung der Zieldimensionen der deutschen Entwicklungspolitik (z.B. soziale Gerechtigkeit – sozialer Ausgleich, armutsmindernde Rahmenbedingungen) werden vor allem die Rollen von Staaten(-gemeinschaften), von Nicht-Regierungsorganisationen, von international agierenden Unternehmen und von Verbraucher/-innen im Hinblick auf die Verantwortung für die Eine Welt thematisiert. Zum anderen wurde der aktuelle Welthandel anhand verschiedener Fallanalysen auf Chancen und Risiken für Industrie- und Entwicklungsländer hin überprüft.

Unter dem Motto „Gerechtigkeit ist keine Ansichtssache“ wird die Weltwirtschaftsordnung auf den Prüfstand gestellt. Konkrete Beispiele stehen bei der kritischen Analyse im Mittelpunkt wie etwa
  • der so genannten „Bananenkrieg“, den die Europäische Union und Amerika ausgefochten haben und zwischen dessen Fronten afrikanische und lateinamerikanische Staaten geraten sind,
  • der internationale Kampf um die Standortvorteile weltweit oder
  • die Verantwortung von Unternehmen im Zeitalter der Globalisierung.
Wir begeben uns also auf einen Streifzug entlang der Kollateralschäden der Weltwirtschaftsordnung und untersuchen das Spannungsverhältnis zwischen Ökonomie und Gerechtigkeit auf internationaler Ebene. Vor allem werden aktuelle Probleme der heutigen Weltwirtschaftsordnung kritisch unter die Lupe genommen und der Frage nachgegangen, ob eine faire Ausgangsbasis zwischen reichen und armen Ländern möglich ist.