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Weitere fachwissenschaftliche Beiträge

Frieden und Sicherheit

2023

Ob Russland-Ukraine-Krieg, Bürgerkrieg im Jemen oder im Sudan: Die Welt scheint immer unsicherer zu werden, Gewalt zur Durchsetzung eigener Interessen immer salonfähiger. Was sind die Ursachen und welche Lösungsansätze bieten die Wirtschafts- und Politikwissenschaften für mehr Frieden und Sicherheit in der Welt?

Veröffentlichungstitel

Frieden und Sicherheit

Bibliographische Angaben

Unterricht Wirtschaft + Politik, Heft 2/2023, Friedrich Verlag Hannover, ISSN 2751-1243 (Online). Die Fachzeitschrift wurde gemeinsam herausgegeben mit: Dr. Peer Egtved

Zukunft der Mobilität? - Mobilität der Zukunft?

2019


In diesem Interviewbeitrag werden Expertinnen und Experten aus Politik und Wirtschaft nach ihren Visionen zur Zukunft der Mobilität gefragt. Drei Interviews wurden mit politisch Aktiven geführt (NRW-Umweltministerin Ursula Heinen- Esser und NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst als Mitglieder der schwarz-gelben Landesregierung sowie MdB Sebastian Hartmann, SPD-Landesvorsitzender von NRW). Mit Barbara Wege von der AUDI AG, mit dem Entwicklungsingenieur Andreas Patzelt und mit Mareike Rauchhaus von nextbike konnte Politisches Lernen drei unternehmerische Einschätzungen gewinnen.

Veröffentlichungstitel

Zukunft der Mobilität? - Mobilität der Zukunft?

Bibliographische Angaben

Politisches Lernen, Heft 1-2|2019, Verlag Wieland Ulrichs Göttingen, S. 20-29, ISSN 0937-2946

Wie Wissenschaft neu begründet werden kann

2006

"Von Kindheit an habe ich wissenschaftliche Bildung genossen, und da man mir einredete, daß man sich mit Hilfe der Wissenschaften eine klare und gesicherte Kenntnis alles für das Leben Nützlichen aneignen könne, so wünschte ich sehnlich, sie zu erlernen. Doch sobald ich den ganzen Studiengang durchlaufen hatte, an dessen Ende man für gewöhnlich unter die Gelehrten aufgenommen wird, änderte ich völlig meine Meinung. Denn ich fand mich verstrickt in soviel Zweifel und Irrtümer, daß es mir schien, als hätte ich aus dem Bemühen, mich zu unterrichten, keinen anderen Nutzen gezogen, als mehr und mehr meine Unwissenheit zu entdecken."
Diese kritische Betrachtung über die Wissenschaften ist nicht etwa die Zusammenfassung einer der derzeit inflationären Bildungsberichte oder einer weiteren Oberjammergau- und Pisa-Studie zum aktuellen Bildungssystem, sondern eine Klage über das Unbehagen an der zeitgenössischen Wissenschaft von René Descartes. Der französische Philosoph war zeitlebens auf der Suche nach einer vollkommenen Wissenschaft und glaubte diese in der Erneuerung der Philosophie nach dem Vorbild der Mathematik zu finden.

Veröffentlichungstitel

Wie Wissenschaft neu begründet werden kann. Eine systematische Analyse der Theorie der Sinneswahrnehmung bei René Descartes auf der Grundlage seiner mathematischen Physik

Bibliographische Angaben

Dis|kurs. Politikwissenschaftliche und geschichtsphilosophische Interventionen, Heft 1/2006, Cuvillier Verlag: Göttingen 2006, S. 43-54, ISBN 3-86537-927-3

Wie weit ist Verständigung und Konsens im Diskurs möglich?

2005

Immer dann, wenn in Politik und Gesellschaft großzügig mit Zahlen jongliert wird, ist bekanntlich Vorsicht geboten. Bei der deutschen Einheit wurde Anfang der 90er Jahre die einfache Rechnung aufgemacht, dass Vier plus Zwei problemlos Eins ergeben. Oder aktuell: führende europäische Politiker bearbeiten die Konvergenzkriterien des Stabilitätspaktes mit ihren wirtschafts- und finanzpolitischen Weichspülern so, dass die 3-%-Marke auch manchmal bei 3,5 % oder 3,8 % liegen kann. Und so wollen uns auch unverbesserliche Idealisten immer wieder erklären, dass Diskurse zwischen zwei und mehreren verschiedenen kulturellen Kontexten zwangsläufig zu einer Einheit führen können, ja sogar müssen. Das dies in der Praxis alles andere als üblich ist, lässt sich über lange Zeiträume verfolgen.

Auf der anderen Seite gehen Denker wie etwa der amerikanische Pragmatist Richard Rorty davon aus, dass solche Diskurse gänzlich aussichtslos sind. Rorty vertritt einen radikalen Kontextualismus, eine Weltsicht, die nur der eigenen Umgebung und den eigenen Werten einen objektiven Geltungsanspruch zubilligt. Er hält einen globalen Grundkonsens in Fragen von Ethik und Moral für unmöglich. Als Gast im Streitraum der Berliner Schaubühne im November 2001 zum Thema des Angriffskrieges der Amerikaner auf Afghanistan unterstrich Rorty diese Position, als er auf die Feststellung, dass Kritiker hierzulande einen Dialog der Kulturen statt Bomben fordern, wie folgt antwortete: “Ich verspreche mir nichts von solch einem Dialog. In den zwei Jahrhunderten seit der Französischen Revolution ist in Europa und Amerika eine säkulare humanistische Kultur gewachsen, in der viele gesellschaftliche Ungleichheiten beseitigt wurden. Es gibt noch viel zu tun, aber der Westen ist grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Ich glaube nicht, dass er von anderen Kulturen etwas zu lernen hat. Unser Ziel sollte es vielmehr sein, den Planeten zu verwestlichen.”


Führende Diskurstheoretiker wie Jürgen Habermas oder Befürworter von interkulturellen Diskursen wie Ram A. Mall und Hans Küng gehen einen Mittelweg, der weder auf rein idealistischen Prämissen fußt noch dem Ansatz Rortys folgt. Grundvoraussetzung für einen erfolgversprechenden Diskurs ist es, die personale Verankerung eines solchen Diskurses in den Vordergrund zu stellen. Denn ein wie auch immer gearteter Diskurs ist zunächst einmal kein Vorgang zwischen “ganzen Kulturen”, sondern zwischen Individuen. Es geht nicht um eine kollektive Identität. Es geht immer um die personale Identifizierung mit dem im Diskurs Verhandelten. Die Entscheidung, was mit den Resultaten eines Diskurses geschieht, obliegt nie einem Kollektiv, sondern findet immer auf individueller Ebene statt.

Veröffentlichungstitel

Wie weit ist Verständigung und Konsens im Diskurs möglich? Ein analytischer Vergleich von Jürgen Habermas, Hans Küng und Ram A. Mall

Bibliographische Angaben

Dis|kurs. Politikwissenschaftliche und geschichtsphilosophische Interventionen, Heft 1/2005, Cuvillier Verlag: Göttingen 2005, S. 7-19, ISBN 3-86537-484-0

Terra incognita - Europas vergebliche Suche nach einer kulturellen Identität

2004

"Europa hat es zu allen Zeiten schwer gehabt", so beschreibt Gaston Thorn die europäische Einigungsgeschichte. Der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission (1981-1985) meint hiermit die europäischen "Irrungen und Wirrungen", die es von Anfang an gegeben hat. Das gilt im besonderen Maße sowohl für den Beginn der Europäischen Integration nach dem Zweiten Weltkrieg, als auch in Anbetracht der bevorstehenden Osterweiterung der Europäischen Union am 01. Mai 2004.


Europa ist immer schon ein strittiges und unfertiges Projekt gewesen. Strittig und unfertig sind auch die Beziehungen eines vereinten Europas zu Russland.
"We must build a kind of United States of Europe", so prägt Winston Churchill am 19. September 1946 in Zürich einen der bekanntesten Sätze der europäischen Nachkriegsjahre. Die durch den Krieg geschwächten europäischen Länder sollten sich in wachsendem Maße bewusst werden, dass die Zeiten des nationalen Gegeneinanders vorbei sein müssten. Nur ein geeinigtes Europa konnte in der damaligen Weltlage nachhaltig Einfluss auf die großen politischen Entscheidungen ausüben. "Let Europe arise", das war das Motto Churchills und Europa sollte nach dem streben, was gemeinhin als eine gemeinsame kulturelle Identität bezeichnet wird. Doch diese gemeinsame kulturelle Identität hat es auch heute noch nicht gefunden.

Veröffentlichungstitel

Terra incognita - Europas vergebliche Suche nach einer kulturellen Identität. Eine Auseinandersetzung mit Kants Kriterien für moderne Kulturen

Bibliographische Angaben

N. Daniliouk / P. Hermeier / K. Roesler (Hrsg.): Russland - Deutschland - Europa. Ost-West-Wissenschaftsforum, Studien zur interdisziplinären Deutschland- und Europaforschung, Band 21, LIT Verlag: Münster 2004, S. 61-75, ISBN 3-8258-7143-6

Friedrich Nietzsches Leben rechts und links der Grenze

2003

Schon vor gut hundert Jahren hatte Friedrich Nietzsche betont, dass "der eigentliche Wert und Sinn der jetzigen Kultur" in einem gegenseitigen "Sich-Verschmelzen und -Befruchten" liege. "Sich-Verschmelzen und -Befruchten" - darin ruht das eigentliche Potenzial in den neu entstehenden Kooperationen zwischen Städten und Regionen im deutsch-polnischen Grenzgebiet. So bezeichnete es Peter Glotz auch vor kurzem als eine bittere Ungerechtigkeit der Geschichte, dass "als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs Städte wie Prag, Budapest, Vilna oder Sofia plötzlich zu einer Provinz Moskaus degradiert worden waren".
Mit dieser Degradierung folgte ein langsames Auseinanderleben, dennoch gehörten diese Städte zu dem, was bis dahin als Europa bezeichnet wurde. Mit der EU-Osterweiterung am 1. Mai 2004 werden viele dieser Städte wieder in ein vereintes Europa zurückkehren, so auch die Grenzstädte an Oder und Neiße. Die anderen werden später folgen und sich (erneut) zu einem erweiterten Gebilde verschmelzen. Doch ob Europa, das per definitionem ein Dasein im Wandel zu führen scheint, zur Ruhe kommen wird, bleibt ungewiss. Denn Europas Geschichte liegt in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit - das formulierte bereits Friedrich Nietzsche, der das Leben rechts und links der Grenze auf besondere Art durchlebt hat.

Veröffentlichungstitel

Friedrich Nietzsches Leben rechts und links der Grenze. Irrtümer einer mutmaßlichen polnischen Abstammung und das Denken jenseits aller bloß national bedingten Perspektiven

Bibliographische Angaben

STREITKULTUR. Magazin für Politik und Kultur in Europa, Heft 2/2003, hrsg. vom Verein für politische Bildung und Information Bonn, S. 18-20, ISSN 1612-4189

Viel Glück für viele?

2019

Entscheidungen in Politik und Wirtschaft zu begründen, ist nicht immer leicht. Der nachvollziehbare Wunsch, den Nutzen politischer und ökonomischer Entscheidungen oder auch eine Glücksbilanz rechnerisch zu ermitteln, ist weit verbreitet. Für wen bringt eine Entlastungsstraße in der Stadt mehr „Freude“, für wen mehr „Leid“? Wie viel „Glück“ lässt sich mit einem neuen Parkplatz für Einkaufenden in der Innenstadt erreichen, wenn dieser Parkplatz auf Teilen eines bisherigen Schulhofs entsteht und damit „Un-Glück“ für andere Betroffene bedeutet?

Für die Entscheidungsfindung komplexer gesellschaftlicher Probleme bedarf es geeigneter Strategien, die mit Schülerinnen und Schüler reflektiert werden können. Ein bekannter Ansatz sind die – wenngleich nicht ganz unumstrittenen – Entscheidungsstrategien, die auf den Utilitarismus zurückgehen.

Veröffentlichungstitel

Viel Glück für viele? Analyse, Anwendung und Beurteilung utilitaristischer Denkansätze

Bibliographische Angaben

Unterricht Wirtschaft + Politik, Heft 4/2019, Friedrich Verlag Hannover, S. 38-47, ISSN 2191-6624

Der Showdown der Brexit-Entscheidung

2017

Ende März 2017 überreichte Großbritannien der Europäischen Union den offiziellen Antrag, nachdem die Briten im Juni des Vorjahres für einen Austritt aus der EU gestimmt hatten. Mit dem sogenannten Brexit betritt die EU seitdem absolutes Neuland und steht aktuell in den Verhandlungen über die Austrittsmodalitäten.

Das Unterrichtsvorhaben knüpft an die inhaltlichen Schwerpunkte „Strategien und Maßnahmen europäischer Krisenbewältigung“ und „Europäischer Binnenmarkt“ an. Hier geht es primär um das Verhältnis des Austrittslandes Großbritannien zur Europäischen Union unter der Leitfrage, welche Auswirkungen der Brexit für das Land und für die EU derzeit schon hat bzw. zukünftig haben wird.

Indem die Schülerinnen und Schüler Textmaterialien akteurs- und kriterienbezogen untersuchen und auswerten, erweitern sie ihre Fähigkeiten, politische Prozesse in der EU im Hinblick auf regionale und nationale Interessen sowie das Ideal eines europäischen Gesamtinteresses zu verstehen und zu beurteilen.

Veröffentlichungstitel

Der Showdown der Brexit-Entscheidung. Eine Verhandlung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union

Bibliographische Angaben

Unterricht Wirtschaft + Politik, Heft 4/2017, Friedrich Verlag Velber, S. 22-27, ISSN 2191-6624

Die Wahrheit ist eine zweifelhafte Angelegenheit

2009

Das Thema „Lüge“ ist als Phänomen ein präsenter Teil unserer Gesellschaft. Ein öffentlicher Diskurs über Lüge und Wahrhaftigkeit in der Politik wird regelmäßig geführt und im politischen Alltag sorgt das Thema immer wieder für heftige Auseinandersetzungen bei allen beteiligten Akteuren.

Einen spannenden Einblick zum grundsätzlichen Umgang mir dem Phänomen Lüge bietet auch der Verlauf der Philosophiegeschichte, denn in der philosophischen Tradition lassen sich reichlich Denker finden, die sich dem Thema gewidmet haben. Eine Extremposition, vertreten beispielsweise von Immanuel Kant (1724-1804), lehnt jede Lüge kategorisch ab.

Zentralen Gedanken zur Lüge werden in einer beschriebenen systematischen Filmanalyse aufgegriffen. Anhand des Films Good Bye, Lenin! soll sich dem Phänomen der Lüge im familiären, gesellschaftlichen und politischen Kontext genähert werden. Somit ist eine personale, soziologische wie auch politische Betrachtungsebene des Phänomens möglich.

Veröffentlichungstitel

Die Wahrheit ist eine zweifelhafte Angelegenheit. Das Thema Lüge im politischen Film am Beispiel Good Bye, Lenin!

Bibliographische Angaben

Politisches Lernen, Heft 3-4/09, Verlag Wieland Ulrichs Göttingen, S. 32-40, ISSN 0937-2946

Mitmischen oder laufen lassen?

2008

Viele Entscheidungen, die direkte Auswirkungen auf Bürger und Bürgerinnen haben, werden in den Gemeinden und Städte getroffen: ob die Festlegung von Wohn- und Gewerbegebiete in Bauleitplänen, die Unterhaltung von Kindergärten und Schulen, Abfallbeseitigung, Verkehr oder Freizeitmöglichkeiten ... - die Aufgaben sind vielfältig. Viele dieser Angelegenheiten werden im Rathaus vor Ort entschieden. Städte und Gemeinden stehen z.Z. allerdings vor einem großen Umbruch. Zwar übernehmen Kommunen weiterhin Aufgaben, die die Leistungskraft einzelner Bürger und Bürgerinnen übersteigen würden, und sind sie nach wie vor für die Aufgaben der örtlichen Gemeinschaft zuständig. Doch in Zeiten knapper Kassen müssen die Kommunen überlegen, wie sie mit den knappen vorhandenen Mitteln umgehen möchten.Diese Leitidee ist der erste Schwerpunkt des Kapitels im Lehrwerk Anstöße Politik / Wirtschaft für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7-9 am Gymnasium. Nach einigen grundsätzlichen Überlegungen zu den Aufgaben einer Gemeinde in den ersten Doppelseiten des Kapitels wird der Fokus besonders auf die Finanzierungsspielräume von Kommunen gelegt. Versuchten Kommunen früher möglichst viele Bürgerwünsche zu erfüllen, so verstehen sie sich heute mehr als Dienstleister, die mit knappen finanziellen Mitteln ökonomisch genau abwägen müssen, welche Ausgaben getätigt werden können und welche nicht. Die Themendoppelseiten 2 und 3 problematisieren diesen Gedanken. Es wird sowohl das Neue Kommunale Finanzmangement vorgestellt als auch konkret über die Finanzquellen von Städten und Gemeinden diskutiert.

Auf den Themendoppelseiten 4 und 5 geht es um den zweiten Schwerpunkt des Kapitels: Wie kommen politische Entscheidungen zustande? Wie können Bürgerinnen und Bürger und insbesondere Jugendliche ihre Interessen einbringen? Auf der Themendoppelseite 4 wird ein konkreter kontroverser kommunaler Konflikt untersucht. Auf der Themendoppelseite 5 werden Partizipationsmöglichkeiten in Kommunen thematisiert.

Beide Schwerpunkte des Kapitels sind in eine Fallanalyse eingebettet. Am Beispiel der Gemeinde Lindlar (ca. 50 km östlich von Köln im Bergischen Land) werden die verschiedenen Facetten einer Gemeinde analysiert. Auf allen Themendoppelseiten werden Probleme und Herausforderungen der Beispielgemeinde aufgegriffen, so dass ein umfangreicher Überblick über eine konkrete Kommune gelingt.

Zur Gesamtausgabe: Das Lehrwerk Anstöße Politik / Wirtschaft verdeutlicht mit schülernahen Beispielen den Einfluss von Staat und Wirtschaft auch im persönlichen Umfeld: Wie funktioniert das Neue Kommunale Finanzmanagement für Nordrhein-Westfalen? Warum kostet unsere Gesundheit immer mehr? Durch anschauliche Materialien und motivierende Einstiegsfragen erlangen Schülerinnen und Schüler sukzessive ein Problembewusstsein auch für komplexe Themen wie etwa Globalisierung und Ökologie.

Anstöße Politik / Wirtschaft führt in die fachspezifischen Methoden ein. Angefangen beim Deuten von Karikaturen über die Expertenbefragung bis zur Szenariotechnik.
Das Werk ermöglicht bilinguales Arbeiten – eine neue Anforderung des Kernlehrplanes in Nordrhein-Westfalen. In den Themenbereichen Neue Medien, Energie und Europa bieten das Buch Schülerinnen und Schülern ausgewählte Materialien und Aufgaben in englischer Sprache.

Ein begleitender Lehrerband enthält zudem Kommentare und Zusatzmaterialien zu den einzelnen Kapiteln sowie Hinweise zu allen Arbeitsvorschläge. Außerdem bietet er zu jedem Kapitel Arbeitsblätter als Kopiervorlagen.

Veröffentlichungstitel

Mitmischen oder laufen lassen? Politik in der Gemeinde
(Unterrichtskapitel)

Bibliographische Angaben

Anstöße Politik / Wirtschaft, Band 2, Ernst Klett Verlag: Stuttgart 2008, S. 114-129, ISBN 978-3-12-065410-0 und Anstöße Politik / Wirtschaft (Lehrerhandbuch), Band 2, Ernst Klett Verlag: Stuttgart 2008, S. 63-71, ISBN 978-3-12-065411-7

Die Politik der Nichtwissenden

2008

Der schottische Moralphilosoph David Hume formulierte bereits im 18. Jahrhundert eine sehr interessante Sichtweise auf ein Thema, das Menschen seit jeher kontrovers diskutieren. Es handelte sich um die Frage, wie ein idealer Staat aussehen könnte. Eng verbunden ist diese Frage nicht nur für Hume mit der Überlegung, was unter „Gerechtigkeit“ verstanden wird.

Auffassung, dass Gerechtigkeit immer dann zu einem relevanten Problem werde, wenn in einer Gesellschaft zwei Voraussetzungen gegeben seien: eingeschränkter Altruismus und gemäßigte Knappheit. Sofern Personen gänzlich selbstlos oder vollkommen egoistisch handeln, stellen sich nach Hume keine Gerechtigkeitsfragen. Das sei ebenso der Fall, wenn a) es nur so wenig Ressourcen zu verteilen gäbe, so dass ohnehin niemand genug erhalten könnte, oder b) die Menschen im totalen Überfluss leben.

Blickt man auf die Debatte um den idealen Staat in den letzten Jahrzehnten, so lässt sich diese am besten verstehen, indem man einen genaueren Blick auf den anglo-amerikanischen Raum wirft: Langezeit war das Leitbild der Politischen Philosophie dort der Utilitarismus, der seit Jeremy Bentham und John Stuart Mill im 19. Jahrhundert im Vordergrund stand. Der Grundtenor dieser Denkrichtung war sehr grob gesprochen das Erreichen der größten Summe der Befriedigung für die größtmögliche Zahl der Mitglieder einer Gesellschaft. Es galt das Nutzenmaximierungsprinzip, d.h. die Maximierung der Summe oder des Durchschnittswertes des Nutzens.

Mit John Rawls tritt Anfang der 1970er Jahre eine Wende im Denken der Politischen Philosophie ein. Er wendete sich in seiner Theory of Justice einerseits gegen die Strategie der Utilitaristen und bestand darauf, dass Rechte und Freiheit nicht dem Nutzen untergeordnet werden sollten. Andererseits lehnte er aber auch die Haltung von Intuitionisten ab, deren Handlungsmaßstab allein die eigene Intuition ist und deren Letztbegründung niemals geliefert werden kann. Rawls wählte für sein Gerechtigkeitsmodell ein rationales Verfahren, das an einem Projektbeispiel vorgestellt wird.

Veröffentlichungstitel

Die Politik der Nichtwissenden. John Rawls' Theorie der Gerechtigkeit als Projekt in der Politischen Bildung

Bibliographische Angaben

Politisches Lernen, Heft 1-2/08, Verlag Wieland Ulrichs Göttingen, S. 63-68, ISSN 0937-2946

Entdecke die Möglichkeiten?!

2007

Si vis pacem, para bellum – um den Frieden zu bewahren, muss man sich auf den Krieg vorbereiten. McDonaldisierung, global players, Shareholder-Value etc. sind Begriffe, die im Zeitalter der Globalisierung Hochkonjunktur haben. Globalisierung ist zwar nicht der Krieg, aber mit ihr werden oft „Kontrollverluste und Bedrohungsgefühle“ (Heitmeyer) verbunden.

Aus Sicht der Nationalstaaten erscheinen Globalisierung und Integration in den Weltmarkt zunächst einmal als Offenheit gegenüber den Weltmarkttendenzen. Sich für den Krieg zu rüsten, heißt dann - um im Bild zu bleiben - Fronten und Schranken abzubauen, die dem Markt innen und außen gesetzt worden sind.

Veröffentlichungstitel

Entdecke die Möglichkeiten?! Globalisierung auf dem Prüfstand

Bibliographische Angaben

Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (Hrsg.): Beispiele aus der Praxis II. Jugendliche und junge Erwachsene, Globales Lernen in der Volkshochschule, Materialien 52, dvv international: Bonn 2007, S. 174-181, ISBN 978-3-88513-792-4

Warum 1+1 nicht immer 2 ist!

2005

Ein besonderes Grundproblem von Politik ist es, dass Wirklichkeit – also das ganze ‚Material‘ möglicher Erkenntnis – niemals vollständig erfasst werden kann. So wie unsere Kapazität zur Aufnahme und Verarbeitung alltäglicher Informationen (z.B. Zeitung lesen oder Fernsehen etc.) beschränkt und somit auch unsere Wahrnehmungsmöglichkeit von Informationen immer nur selektiv ist, so kann auch wissenschaftliche Erkenntnis und die Erhebung sozialer Daten immer nur auf einen Ausschnitt des Wirklichen gerichtet sein.

Warum ist 1+1 nicht in jedem Falle 2? Und was macht das Ganze politisch so brisant? Diese Leitideen sowie die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnis und soziale Daten entstehen und wie mit diesen Zahlen und Statistiken im politischen Streit umgegangen wird, sind Teil eines Unterrichtsprojektes zum Thema Demokratie in der Krise? – Jugend und Politik in der Jahrgangsstufe 11 gewesen, welches unter dem Leitmotto durchgeführt wurde: Nihil contra theoriam nisi theoria; nichts vermag etwas gegen eine Theorie, es sei denn eine Theorie!

Veröffentlichungstitel

Warum 1+1 nicht immer 2 ist! Vom Umgang mit Zahlen und Statistiken im politischen Streit

Bibliographische Angaben

Politisches Lernen, Heft 3-4/05, Verlag Wieland Ulrichs Göttingen, S. 45-57, ISSN 0937-2946

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